Zum Inhalt springen

30 Jahre Swissalpine Marathon Davos

Story #1 │ Die Ernährungssituation beim 1. Swiss Alpine-Marathon

123
456
789

«Dieser erstmalige Anlass, auch als Lauf der Superlative («höher, schneller, weiter») bezeichnet, stellt an den Läufer ganz besondere Anforderungen. Es geht jetzt nicht mehr nur darum, wie bei Flachland-Läufen, den Flüssigkeitsverlust zu kompensieren und die Energiereserven nicht versiegen zu lassen, sondern als neues Problem kommt nun die Höhe dazu. Bekanntlich nimmt mit zunehmender Höhe der Sauerstoffgehalt der Luft ab. Sauerstoff ist aber unbedingt notwendig, um aus den Energiereserven, d.h. den Kohlenhydraten (in Form von Blutzucker und Glycogen) sowie den Fetten (als freien Fettsäuren und dem Depotfett) Energie zu gewinnen. Die Fettverbrennung braucht 16% mehr Sauerstoff als die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten. Letztere jedoch können nur beschränkt im Körper gespeichert werden, nämlich im Normalfall bis 400g, im Extremfall bis 600g, während die Fettreserven mehrere Kilogramm betragen. Da die Sauerstoffzufuhr jetzt durch den geringeren Gehalt der Höhenluft noch wesentlich  mehr begrenzt wird, als dies bereits durch die Aufnahmefähigkeit des Blutes geschieht, ist eine genügende Kohlenhydrateversorgung für das Durchhalten dieser Leistung umso wichtiger. Dass die Zufuhr von genügend Flüssigkeit ein absolutes Muss ist (2% Wasserverlust führen zu einer 20%igen Leistungseinbusse!), dürfte heute selbstverständlich sein. Neu für die Höhensituation ist die Beobachtung, dass mit zunehmender Höhe (dies gilt allerdings vorerst nur für grosse Höhen über 5000m) eine geringere Elektrolytzufuhr empfehlenswert sein kann.
Alle diese Bedingungen wurden bei der Gestaltung der Verpflegung beim 1. Swiss Alpine-Marathon berücksichtigt. Auf der Gesamtstrecke von 67 km sind 12 Verpflegungsposten peplant, wobei der Abstand auf der relativ flachen Strecke eine Distanz von 7-8km beträgt. Mit zunehmender Steigung sinkt der Abstand der Verpflegungsposten von 5.5 auf 4km ab und steigt gegen Ende des laufes wieder auf 6 km an. Diese Abstufung der Distanzen soll dem Läufer ermöglichen, bei den besonders strapziösen SStrecken vermehrt Kohlenhydrathaltiges und Flüssigkeit aufzunehmen.

Um den individuellen Bedürfnissen und Gewohnheiten der Läufer möglichst gerecht zu werden, stehen an allen Posten mehrere Getränke sowie - wo es vernünftig erscheint - verschiedene feste Verpflegungsvarianten zur Auswahl. Sie wurden nach folgenden Kriterien auf die Posten verteilt: Tee und Wasser werden nach alter Tradition an jedem Posten bereitstehen. Zusätzlich soll Isostar auf den ersten 5 und den letzten 3 Posten, also vor dem grossen Aufstieg und nach der Passhöhe, einerseits das Ersetzen der herausgeschwitzten Mineralstoffe ermöglichen, anderseits dank seiner raschen Resorption den Durst nachhaltiger löschen helfen. Ab Filisur bis zum Sertigpass wird der neue Perform Energiedrink für eine optimale Kohlenhydratversorgung in flüssiger Form sorgen. Auch wer im grossen Anstieg keine fest Nahrung mehr aufnehmen kann, muss somit nicht auf die Energiezufuhr verzichten. In Ravaisch, 4km vor der Passhöhe, steh zusätzlich eine warme Bouillon bereit, was besonders bei schlechter und kühler Witterung willkommen sein dürfte. Am Ziel darf natürlich auch die gute alte warme Ovomaltine nicht fehlen.

Die feste Nahrung wurde vor allem für die STrecke zwischen Monstein, im Abstieg nach Filisur, und zu Beginn des Auftiegs bis Tuors Davant, eingeplant, da diese Strecke für die Verdauung die günstigsten Bedinungen bietet. Im Zentrum der festen Verpflegung steht der Perform Energiebarren, der sich in allen Sportdisziplinen als leicht verdaulicher, bekömmlicher Kohlenhydratlieferant  bestens bewährt hat. Abwechslungsweise werden zusätzlich Apfelschnitze und Bananenstücke angeboten. Für die Läufer, die den Landwasserlauf in Filisur beenden, sollen als kulinarische Überraschung die von Radfahrern heissgeliebten Aprikosentörtchen und Reiskuchen dienen. Im zweiten Teil des Aufstiegs zum Sertigpass sowie im Abstieg nach Davos dürfte infolge der körperlichen Anstrengung kaum ein grosses Bedürfnis für feste Nahrung vorhanden sein. Dem wird, wie bereits erwähnt, durch ein erweitertes Getränkeangebot Rechnung getragen.

Wie die Erfahrung bei extremen Langstreckenläufen gelehrt hat, kann der Magen bei einigen Läufern mit der Zeit eine gewisse laufbedingte Überreizung zeigen. In diesem Fall ist es besonders wichtig, dass bereits von Anfang an bei jedem Posten getrunken wird, jedoch stets nur kleine Mengen auf einmal und dies in kleinen Schlucken. Ausserdem ist vom Durcheinanderkonsumieren vor allzu verschiedenen festen und flüssigen Dingen abzuraten.

Auch in ernährungstechnischer Hinsicht ist der 1. Swiss Alpine-Marathon eine Premiere, und Wander erhofft sich eine Fülle von neuen Erfahrungen.»

Beitrag von Dr. M. Steiger, aus der offiziellen Marathonzeitung von 1986.

  • Perskindol
  • Salomon
  • SportxX
  • Tuffli Events
  • Migros
  • Davos Klosters
  • Graubünden
  • Perskindol
  • Enervit
  • Nahrin
  • Migros
  • Erdinger alkoholfrei
  • Intercontinental Davos
  • RhB Rhaetische Bahn
  • Davos Klosters Mountains
  • Grischa Das Hotel
  • Perskindol
  • Grischa Gerueste
  • Migros
  • Heli Bernina
  • Perskindol
  • Mika Timing
  • Pagewerkstatt
  • Kelly Transporte GmbH
  • Spital Davos
  • Sportfoerderung Graubuenden
  • Migros
  • Riedel Communications
  • Taste of Nature
  • Zürich Marathon
  • ITRA
  • Ultra-Trail du Mont-Blanc®
  • Helvetas