Zum Inhalt springen

"Run with me" by Julia Bleasdale

Interessiert es Dich, wie die erste T88-Siegerin ihre Ultrapremiere erlebt hat? Oder brauchst Du noch professionelle Tipps für den Feinschliff? Dann schau Dir folgende Beiträge von Eliteläuferin Julia Bleasdale an. 

Julia_Bleasdale_ESTMRunning_19_byFilipZuan_copy.jpg
Foto: swiss-image.ch/FilipZuan

Als die Sonne eines Abends Mitte Juli über dem schönen Engadin unterging, entschied ich mich zur Teilnahme am Swissalpine T88. Es war eigentlich nicht mein Plan, mich im 2018 mit Wettrennen zu beschäftigen, sondern nach einer intensiven zehnjährigen sportlichen Karriere ein paar Jahre frei zu haben und in den Bergen rund um mein neues Zuhause in Pontresina aktiv zu sein. Ich genoss jedoch meine entspannten langen Läufe im Engadin und wollte unbedingt ein besonderes Lauferlebnis mit anderen teilen.

Ich bin noch nie in einem Wettkampf über 42 km gelaufen oder an einem einzigen Tag mehr als 55 km. Ich wusste wirklich nicht, was mich erwarten würde, was vielleicht zu der Aufregung beigetragen hat. Mit dem reizvollen Dorf Bergün, das sich auf halber Strecke befindet, wusste ich, dass es immer noch einen Fluchtweg für mich gibt. Mein Motto war, nach Bergün zu kommen und dann weiter zu sehen – da ist ja auch noch die Rhätische Bahn, wenn es mit dem Laufen nicht gut geht!

Der Veranstaltungstag rückte näher, und bevor ich es recht wusste, kam der Startschuss und alle 300 Läufer zogen von St. Moritz Dorf los in Richtung Davos.

Ich entschied mich für einen guten Rhythmus und fand Läufer mit einem angemessenen Tempo als Begleitung. Manchmal nebeneinander laufend, manchmal plaudernd und lachend. Warum machen wir das eigentlich?!

Als die Kilometer vorbeizogen und ich die familiäre Umgebung des Engadins verließ und das Albulatal erreichte, fühlte ich, dass das Abenteuer wirklich begann. Beim Einlauf in Bergün war ich in der Poleposition – ich brauchte nicht den Zug nach Hause zu nehmen, der Lauf war jetzt in vollem Gange.

Im folgenden Abschnitt, wo man von Bergün hochklettert, war ich am leiden. Als Neuling im Langstreckenlauf hatte ich meine Flüssigkeitseinnahme vernachlässigt und zu wenig Salz und Elektrolyte mitgenommen. Zwei Gele nacheinander schienen mich zu beleben und ich war erleichtert, den steilen, aber schönen Weg hinauf zur Keschhütte bewältigt zu haben. „Komme ich zur Keschhütte, dann schaffe ich es nach Davos“, dieser Satz gab mir die Sicherheit, dass der Swissalpine T88 wirklich zu schaffen war!

Ich bemerkte eine Frau, die mir beim Aufstieg nach Kesch gefolgt war (ich wusste nicht, dass sie Teil des Paarwettbewerbs war, nicht des Einzelwettbewerbs), also lief ich wie ein Blitz durch die nächste Verpflegungsstation. Ich habe es über den Sertigpass geschafft und bin dann in Richtung Davos hinuntergesaust. Da ich wusste, dass es keine Anstiege mehr gab, konnte ich mich wirklich gehen lassen und war überrascht, dass ich nach 75 km immer noch etwas Tempo in den Beinen hatte!

Nach 9 1/2 Stunden und 84 km war der Einlauf in das Zielgelände ein herrliches Gefühl. Der leichte Regen dämpfte meinen Geist nicht, als ich von Freunden und Unterstützern vom Swissalpine in Davos empfangen wurde. Wow, was für ein toller Tag, was für eine unglaubliche Reise!

Die drei wichtigsten Elemente, die ich von Swissalpine T88 mitgenommen habe, sind wahrscheinlich folgende:

  1. Gehe, wenn möglich, entspannt an den Lauf heran. Denn wenn der Geist angespannt ist, wird es auch der Körper sein. 
  2. Plane eine gute Ernährungsstrategie und versuche Dich daran zu halten. Das Essen wird schnell vergessen oder es wird zu spät aufgetankt. -
  3. Laufe mit Freude im Herzen und einem Lächeln auf dem Gesicht!

Ich freue mich, Euch in St. Moritz und in Davos begrüssen zu dürfen!

Es ist eine wechselnde Jahreszeit, vor allem für mich, die hoch in den Engadiner Bergen lebt. Die Wärme des frühen Frühlings enthüllt einige Tage lang die unteren Abschnitte des Wegnetzes aus ihrer Winterdecke, nur um über Nacht eine neue schwere Schneedecke zu bekommen und sie für einen weiteren Tag wieder zu verstecken! Jedoch liebe ich diese Jahreszeit mit den Tagen, die immer länger werden, dem Abendlicht, das länger in den tiefen Tälern anhält, und dem morgendlichen Lärm des Vogelgesangs, welcher an Abwechslung und Intensität gewinnt!

Der Frühling ist eine Zeit, wo der Trailrunner seine Möglichkeiten bezüglich Temperatur und Schneelage maximieren muss. Langsam ziehen sich Schnee und Eis den Berghang hoch zurück, frische Sprossen greifen behutsam zum Himmel und der feste Boden materialisiert sich. Schritt für Schritt ist es möglich, den Berghang hinaufzulaufen, obwohl die Beine oft protestieren, weil sie noch nicht an so viele Höhenmeter während des Laufes gewöhnt sind!

Dann kommt der Moment, in dem Du plötzlich den Frühling in Deinem Schritt spürst und vielleicht auch die Erkenntnis, dass der lange Winter endlich vorbei ist. Alle Anstrengungen haben sich sicherlich gelohnt, aus diesen dunklen Tagen mit etwas Kraft und Meilen in den Beinen hervorzugehen, um schliesslich trockenen Boden unter den Füssen zu spüren und um mit der Sonnenwärme als erfrischenden und neuen Gefährten belohnt zu werden.

Ich bin immer vorsichtig, um mich nicht von dieser Begeisterung zu sehr mitreissen zu lassen, denn wie die Jahreszeiten Zeit brauchen, um vollständig vorüberzugehen, so ist es auch mit dem Körper. Die Lauffläche verändert sich, der Beinumsatz und das Energieniveau steigen. Der Mix all dieser Elemente könnte Schwierigkeiten hervorrufen. Stattdessen versuche ich, mein Tempo zu mässigen und den Übergang Schritt für Schritt mit dem Wandel der Saison methodisch anzugehen.

Hier nur ein paar Tips, um sicherzustellen, dass das Frühlingstraining zu einer starken Sommersaison führt:

  • Wenn Du Dich kräftig fühlst, lass Dich nicht zu einem zu grossen Sprung in Deinem Training mitreissen. Stelle stattdessen eine schrittweise und geplante Entwicklung mit ausreichender Erholungszeit sicher.
  • Keine Panik, wenn Deine Beine nach dem ersten langen Lauf der Saison stark schmerzen! Es passiert mir jedes Jahr, da meine Quad-Muskeln noch nicht an diese spezielle Art von exzentrischer Belastung gewöhnt sind. Ruhe Dich aus, erhole Dich gut und versuche es auf’s Neue – nach jedem Mal fühlen sich die Beine stärker an und erholen sich auch schneller.
  • Wenn Du Wintertrainingsschuhe für Schnee und Schlamm getragen hast, wechsle langsam zu Sommertrainingsschuhen und leichteren Rennschuhen. Die Füsse brauchen auch Zeit, um sich anzupassen.
  • Versuche zusätzliches propriozeptives Training in Dein Laufprogramm einzubauen. Da das Lauftempo schneller und die Oberflächen technischer werden, benötigen die Knöchel und Füsse ein bisschen mehr Übung! 

Viel Spass beim Training – ich freue mich, Euch in St. Moritz und in Davos begrüssen zu dürfen!

Julia_Bleasdale.jpeg
Foto: swiss-image.ch/FilipZuan

Zweifellos gibt es in der ganzen Schweiz zahlreiche wunderschöne und atemberaubende Trailrunning-Gebiete, aber die Landschaft um Davos und dem Engadin hat für mich einen ganz besonderen Stellenwert. Die Qualität und Runability der Trails ist unübertroffen. Zusammen mit ihrer Höhenlage zieht die Region zahlreiche Trailrunner an, welche Freude am Laufen und am speziellen Höhentraining haben. Bei einer solchen Veranstaltung geht es aber nicht nur um den Ort, egal wie attraktiv auch immer er sein mag.

Der Swissalpine hat eine lange Geschichte und einen besonderen Platz im Trailrunning Kalender. Viele internationale Athleten reisen nach Graubünden, um sich auf den verschiedenen Strecken zu testen und um eine Veranstaltung mit Schweizer Flair zu erleben.

Während des Swissalpines T88 im letzten Jahr hatte auch ich ein einzigartiges Lauferlebnis. Während ich mit ähnlich motivierten und begeisterten Trailrunnern an der Startlinie stand, wusste ich, dass wir einen ganz besonderen Tag verbringen werden. Als wir los gelaufen sind, geriet ich neben einem italienischen Athleten in den gleichen Rhythmus und begann zu scherzen: „Warum tun wir das? Werden wir die Strecke überstehen?“ Humorvoll teilten wir unsere Begeisterung über die uns bevorstehende unbekannte Reise! Unterwegs fanden weitere Begegnungen statt, wie zum Beispiel mit wunderbaren Fans und Helfern an den erstklassigen Servicestationen der Strecke oder die Ermutigungen von anderen Teilnehmern des Swissalpine T127 beim Überholen.

Es ist dieser Team- und Eventgeist, durch den jeder Läufer das Beste aus sich herausholen kann. Genau darum geht es mir bei der Teilnahme an einem Event!

Ich freue mich, Euch in etwa einem Monat in Davos und dem Engadin begrüssen zu dürfen!

swissalpine_2018_48.jpg
  • Migros
  • on running
  • SportxX
  • Tuffli Events
  • Davos Klosters
  • St. Moritz
  • Graubünden
  • Engadin
  • Nahrin
  • Migros
  • on running
  • Erdinger alkoholfrei
  • Intercontinental Davos
  • RhB Rhaetische Bahn
  • Davos Klosters Mountains
  • Engadin St. Moritz Mountains
  • Grischa Das Hotel
  • Corvatsch AG
  • Grischa Gerueste
  • Migros
  • on running
  • Heli Bernina
  • Pagewerkstatt
  • Power Beef
  • THIM
  • Sportfoerderung Graubuenden
  • Migros
  • on running
  • Riedel Communications
  • Taste of Nature
  • ITRA
  • Ultra-Trail du Mont-Blanc®
  • Helvetas
  • Outdooractive
  • Crespo
  • Sponser Sport Food AG
  • Datasport
  • Kuoni Transporte
  • AMAG
  • ZINDEL